Am zwölften Tag unserer Kanadareise fuhren wir weiter Richtung 100 Mile House. Übernachtet haben wir aber ein paar Örtchen weiter in 108 Mile House oder 108 Mile Ranch, wie der Ort auch genannt wird. Unser Quartier für die Nacht war das 108 Resort & Conference Centre, über das ich heute berichten möchte …
ALLGEMEINES ZUM 108 RESORT & CONFERENCE CENTRE
Das 108 Resort & Conference Center ist ein 3-einhalb-Sterne-Hotel in 108 Mile Ranch, British Columbia. Das Hotel trägt im Namen die Bezeichnung Resort, was darauf zurück zu führen ist, dass hier ein großer Golfplatz angeschlossen ist. Genau genommen würde man es also besser als Golf-Resort bezeichnen. Da hier wohl auch Raum für Konferenzen, Tagungen und Feierlichkeiten zur Verfügung steht, trägt es noch den Zusatz Conference Centre. Mein Bericht bezieht sich allerdings nur auf den normalen Hotelbetrieb, denn wir haben hier bloß übernachtet. An Freizeitaktivitäten bietet das Hotel zudem die Möglichkeit Tennis zu spielen, zu reiten, angeln zu gehen, Kanu zu fahren oder Mountainbiking.
WIE WIR ZUM 108 RESORT & CONFERENCE CENTRE KAMEN
Unsere Kanadareise haben wir über Trans Canada Touristik gebucht, worüber ich auch bereits berichtet habe. Um nicht an einem Tag von Clearwater bis Whistler, unserer nächsten Station, durchfahren zu müssen, wollten wir irgendwo einen Zwischenstopp einlegen. Der Reiseanbieter schlug den Ort 100 Mile House vor und da es im Ort selbst kein Hotel gab, das uns gefiel, entschieden wir uns, ein paar Orte weiter (11 Kilometer von 100 Mile House) in dieser Unterkunft zu nächtigen, da sie in den Reiseportalen durchweg gute Bewertungen hatte.
ALLGEMEINES ZU 108 MILE RANCH UND LAGE DES HOTELS
Dass wir hier einen Zwischenstopp einlegten, war in erster Linie deshalb, weil uns die Strecke nach Whistler für einen Tag zu lang gewesen wäre. Zudem hatten wir gelesen, dass der Ort
100 Mile House ganz nett wäre und die Umgebung viel zu bieten hätten. Allerdings hat sich das für uns nicht ganz bestätigt. In der Touristeninformation pries man uns eine mäßig interessante Einkaufsstraße als Highlight an, denn leider erreichten wir den Ort an einem der wenigen Regentage und somit vielen andere Aktivitäten, wie das Schwimmen in einem der schönen Seen oder Kanufahren flach. Bei gutem Wetter hat man hier sicherlich mehr Freude. Das Hotel liegt aber, wie schon erwähnt, 11 Kilometer, bzw. 8 Meilen von
100 Mile House entfernt, nämlich in
108 Mile Ranch. Die komischen Namen mit den Zahlen kommen übrigens aus der
Goldrauschzeit. Damals begann die Route der Goldsuchenden in
Lilloet, auch
Meile 0 genannt. Von hier aus zog man aus und auf dem Weg wurden immer mehr Dörfer errichtet, die dann eben nach der Anzahl der Meilen benannt wurden, die man schon zurückgelegt hatte.
Das 108 Resort & Conference Centre befindet sich knapp
Bilder von 108 Resort & Conference Centre, 108 Mile House
zwei Kilometer außerhalb des Ortes 108 Mile Ranch, der wiederum sehr klein ist und außer einem kleinen Freilichtmuseum recht wenig zu bieten hat. Dafür hat man hier aber wirklich seine Ruhe, denn es ist einfach gar nichts los. Nur Golf spielen bietet sich an, da das Hotel an den großen Golfplatz direkt angrenzt.
DAS RESORT
Als wir auf den Parkplatz des Hotels fuhren, der übrigens kostenlos ist, machte das Hotel keinen so großen Eindruck, wie der Name Resort vielleicht vermuten lässt. Im Gegenteil, es handelt sich um ein nicht allzu großes Gebäude, das durch die Holzverkleidung recht rustikal wirkt. Dass es sich hierbei um ein Golf-Resort handelt, sieht man gleich, denn vor dem Hotel waren einige Golf Caddys geparkt und wir sahen auch gleich Hotelgäste im Golfer-Outfit. Das Hotel erscheint mehr wie ein Motel, denn die Zimmer sind von außen zugänglich und haben Türen direkt zum Parkplatz. Die Zimmer im Erdgeschoss haben eine Terrasse, die aber wie ein Balkon eingefasst ist und die Zimmer im ersten Stockwerk haben einen Balkon. Im Haupthaus befindet sich die Lobby. Diese ist recht klein und wenig spektakulär. Ich kann mich kaum an die Einrichtung erinnern, das heißt, es kann mir nichts Besonderes aufgefallen sein, weder im positiven noch im negativen Sinne. In der Lobby befindet sich die Rezeption. Von hier aus geht es auch in den Frühstücksraum, aber dazu später mehr. Auch zum Pool und zur Sauna gelangt man von der Rezeption aus.
Das Hotel ist an sich klein, aber da es sich um ein Resort handelt, erstreckt sich das Ganze noch ein ganzes Stück weiter. So gibt es auf dem Golfplatz noch ein Clubhaus mit Restaurant, das ebenfalls zur Anlage gehört. Dieses ist aber schon ein ganzes Stück vom Haupthaus mit den Zimmern entfernt. Ich nehme an, viele fahren einfach mit dem Caddy hin. Da wir kein Golf spielen und das Wetter auch nicht so geeignet für andere Outdoor-Aktivitäten war, haben wir uns diesen Bereich des Resorts nicht angesehen.
DAS ZIMMER
Im
108 Resort & Conference Centre gibt es
62 Zimmer, einige davon sind mit
Kitchenette ausgestattet. Laut Internet gibt es
keine barrierefreien Zimmer, allerdings hatte das Zimmer direkt neben uns ein
Rollstuhl-Saymbol, sodass ich mal davon ausgehe, dass diese Information nicht mehr stimmt.
Wir hatten ein Standardzimmer gebucht und dieses befand sich direkt am Parkplatz im Erdgeschoss. Unseren Mietwagen hatten wir schon davor abgestellt, also holten wir nun unser Gepäck und öffneten die Tür.
Das Zimmer, das wir bekommen hatten, war ein Zimmer mit
zwei Queen-Betten von
knapp 1,50 Meter Breite. Da wir zusammen in einem Bett schliefen, konnten wir das andere als Kofferablage nutzen. Das war sehr praktisch, denn das Zimmer war nicht gerade winzig, aber einen der großen Koffer auf dem Boden unterzubringen, das wäre dann doch eng geworden, da es nur eine Kofferablage gab. Auch die Vorhänge passen gut ins Bild. Die Farbe der Wände würde ich vielleicht noch am ehesten mit sandfarben bezeichnen, jedenfalls wirkt alles sehr dezent und die einzige Dekoration sind ein Bild mit Blumenmotiv und ein Spiegel. Neben dem Fenster und der Terrassentür sorgen zahlreiche Lampen für genügend Helligkeit. Zwischen den Betten gibt es zwei Nachtlichter, an der Wand über dem Tisch eine Leuchte und außerdem ein Deckenlicht sowie eine Tischleuchte auf der Kommode. Da wir einen regnerischen Tag erwischt hatten, konnten wir feststellen, dass es trotz dunklem Himmel im Zimmer ausreichend hell wurde.
Für frische Luft sorgt eine Klimaanlage an der Wand, da wir aber eine Terrasse hatten und Klimaanlagen eh nicht so gerne mögen, haben wir sie nicht benutzt, sondern einfach die Fenster geöffnet. Vom Balkon bzw. der Terrasse aus hat man einen guten Blick über den Golfplatz und auf den See. Die Aussicht ist auf jeden Fall schön, insbesondere abends, wenn die Sonne untergeht. Draußen gibt es allerdings nur einen Stuhl und eine Fußbank, sodass man nicht zu zweit draußen sitzen kann, wenn man nicht gerade einen der Sessel hinaus schleppen möchte. Aber das Wetter spielte eh nicht mit.
Im Bett haben wir sehr gut geschlafen, denn die Matratze hat eine angenehme Härte. Die Kissen sind ebenfalls bequem und die Decke zwischen zwei Laken war ausreichend warm, auch wenn ich richtige Bettdecken immer bevorzuge. Überhaupt nicht nach meinem Geschmack sind die geblümten Überdecken. Aber da alles sauber war, will ich mal darüber hinweg sehen.
Nicht nur das Zimmer war sehr sauber, dieser Eindruck setze sich auch im Bad fort. Dieses ist recht geräumig und man kann sich problemlos auch zu zweit darin bewegen. Licht und Lüftung im Bad lassen sich unabhängig voneinander ein- und ausschalten, was ich gut finde, denn wenn ich nur Zähne putze, muss ich mir nicht das laute Rauschen der Lüftung anhören. Nach dem Duschen funktioniert sie aber wunderbar, sodass keine Feuchtigkeit im Raum bleibt. Entsprechend sieht das Bad auch aus. Keine Schimmelspuren und kaum Gebrauchsspuren, obwohl die unmoderne Tapete eigentlich darauf schließen lässt, dass hier nicht alles neueren Datums ist. Anscheinend werden die Zimmer wirklich ordentlich gereinigt und instand gehalten, was ich schon mal positiv finde. Überraschend war für mich die in der Decke integrierte Wärmelampe, die man auch separat einschalten kann. Anfangs dachte ich, das sei einfach eine weitere Leuchte, aber wenn man darunter steht, strahlt sie ordentlich Hitze ab. Die hellen Fliesen erwärmen sich sehr schnell und steigt man aus der Duschwanne, so wird einem gleich warm. Bei kaltem Wetter stelle ich mir das ganz angenehm vor. Im Sommer benötigt man das sicherlich nicht. Das Bad verfügt über eine Wannen-Duschkombination mit einem Vorhang. Auch dieser war sauber. Der Duschkopf ist in der Wand montiert und lässt sich drehen, der Wasserdruck ist ganz angenehm. Bis auf eine orange Fliesenborte kurz vor der Decke ist das Bad in Weiß und Beige gehalten. Auch Wanne, Toilette und Waschbecken sind weiß und normaler Standard. Der Waschtisch ist groß genug, um alles unterzubringen, was man benötigt. Natürlich gibt es auch Shampoo, Seife und Bodylotion. Handtücher sind ebenfalls zahlreich vorhanden. Über dem Waschtisch gibt es einen großen Spiegel. Insgesamt ist das Bad zwar nicht das Modernste und auch kein Highlight, aber es war sauber, ist zweckmäßig und geräumig, von daher kann es durchaus punkten.
GASTRONOMIE
Das
108 Resort & Conference Centre besitzt
ein Clubhaus mit Restaurant, das wir jedoch nicht besucht haben, sowie einen
Frühstücksraum. Was wir zuvor nur einmal hatten, wurde hier wiederholt, das Frühstück war inklusive. Das Frühstück wird im Erdgeschoss eingenommen, in einem kleinen Frühstücksraum mit gerade mal 5 Tischen und einer Terrasse auf der man wegen des Wetters aber nicht sitzen konnte. Das Frühstück ist ein typisches Frühstück, wie man es in
Nordamerika häufig findet. Es gibt
Mehrkorntoast und weißen Toast, dazu
Marmeladen und Honig. Außerdem kann man sich hier seine eigene
Waffel aus Fertigteig backen.
Obst ist ebenfalls vorhanden, ansonsten gibt es noch
Cornflakes und dann war es das auch. An Getränken gibt es Kaffee und Tee (aus dem Beutel). Während unseres Frühstücks wurde der Kaffee leer und es kam niemand um nachzufüllen, da musste erst gefragt werden. Außer uns frühstückten noch ein paar andere Gäste, die auch immer wieder jemanden suchten, weil etwas fehlte. Der Service ist also beim Frühstück nicht ganz so gut. Nachteilig auch in diesem Hotel ist, dass es– wie häufig in Nordamerika – kein abwaschbares Geschirr gibt. Teller und Becher sind aus Styropor, das Besteck ist aus Kunststoff. Am Ende wird alles weggeworfen, was natürlich nicht unbedingt umweltfreundlich ist. Geschmacklich war das Frühstück in Ordnung, aber es war jetzt nicht gerade ein Highlight. Dafür dass es gratis war, war es okay, aber Geld hätte ich dafür nicht unbedingt zahlen wollen.
POOL- UND SAUNABEREICH
Nachdem es aufgehört hatte zu regnen, aber noch so aussah als würde es gleich wieder anfangen, überlegten wir, ob wir im beheizten Außenpool ein bisschen schwimmen gehen sollten. Also spazierten wir erst einmal zum Pool um zu schauen, wie er denn aussieht. Der Pool befindet sich hinter dem Gebäude mit Blick auf den Golfplatz. Er ist eher klein, aber da keine anderen Gäste in Sicht waren, die fuhren alle mit ihren Caddys auf dem Golfplatz herum, wollten wir ihn mal testen. Leider hatte der Pool aber geschlossen. Also dachten wir, wo es schon bei dem trüben Wetter nicht viel gibt, was man tun kann, wäre doch ein Saunagang nett. Aber die Sauna ist – wie anscheinend überall in Kanada – nach Damen und Herren getrennt. Dass sich jeder von uns allein in die Sauna setzt, fanden wir dann auch irgendwie nicht so toll. Also war es das dann mit unserem Aufenthalt im Pool- und Saunabereich. Neben der Sauna gibt es übrigens auch Umkleiden. Allerdings waren die sehr schwach beleuchtet und wirkten wenig einladend.
SERVICE
Wir wurden freundlich begrüßt und verabschiedet und mit unserem Zimmer war auch alles in Ordnung. Der Service beim Frühstück war allerdings nicht der Beste. Nachdem wir jemanden wegen der Getränke gefunden hatten, teilte dieser mit, dass er dafür eigentlich nicht zuständig sei. Die junge Frau, die ab und an herein schaute um Dinge nachzufüllen, kam aber irgendwann nicht mehr wieder und merkte deshalb auch nicht, dass es keine großen Teller mehr für die Waffeln gab, auch da mussten die Gäste, die nach uns kamen, fragen. Insgesamt würde ich den Service aber noch als gut bezeichnen.
AN – UND ABREISE
Beim Check-In mussten wir eine Kreditkarte hinterlegen und unseren Voucher abgeben. Dann erhielten wir unseren Zimmerschlüssel. Auschecken muss man bis 11 Uhr. Beim Check-Out gaben wir nur unsere Schlüsselkarte ab und das war es dann auch schon.
PREIS
Inklusive Steuern bekommt man ein
Zimmer, so wie wir eines reserviert hatten, für umgerechnet
70 EUR mit Frühstück. Das finde ich, ist ein fairer
Preis für das, was geboten wird, auch wenn das Frühstück sehr einfach war.
FAKTEN
108 Resort & Conference Centre
4816 Telqua Drive
108 Mile Ranch
BC V0K 2E0
Kanada
Weitere Infos und Fotos unter: 108resort.bcresorts.com
FAZIT
Das 108 Resort & Conference Centre ist ein sauberes 3,5-Sterne-Hotel, das sich gut für die Durchreise eignet, oder eben wenn man gerne Golf spielt. Wir hatten ein wenig Pech mit dem Wetter, sonst hätten wir zumindest eine der anderen Aktivitäten nutzen können, wie Schwimmen im See oder Mountainbiking. Sitzt man in diesem Hotel aber bei schlechtem Wetter fest und hat man kein gutes Buch dabei, dann gibt es nicht viel, womit man sich die Zeit vertreiben kann. Das kostenlose W-LAN hatte ein so schwaches Signal, dass es nicht bis in unser Zimmer reichte, bzw. die Seiten sich in Schneckengeschwindigkeit aufbauten, dass man es auch gleich lassen kann. Aber wir hatten zum Glück gute Bücher dabei und in den sauberen Zimmern hält man sich auch gerne mal einen Nachmittag zum Lesen auf und macht es sich in einem der Sessel bequem. Das Zimmer war zwar nicht modern, hat aber alles geboten, was man braucht und die Sauberkeit war wirklich sehr gut. Der Service war an sich gut, nur beim Frühstück hätten wir uns mehr Aufmerksamkeit gewünscht. Daher gibt es vier von fünf Sternen und eine Empfehlung für Durchreisende und Golfer.
15.09.2012 08:19
Da hätten wir ja noch mitkommen können,bei dem zweiten Doppelbett,hättest uns auch im Koffer verstecken können,wir sind nur 5 Personen.
20.11.2011 15:00
bh & lg
14.11.2011 03:41
interessanter Bericht, bh